Donnerstag, 26. März 2026

Eifelsteig, Etappe 4

Heute ging es von Einruhr nach Gemünd, eine Strecke von 20 km und ca. 640 Höhenmetern bergauf. Wir kamen gut voran (8:55 - 16:25 Uhr) und hatten dabei ein bemerkenswertes Wetter, das blitzschnell zwischen strahlendem Sonnenschein bei blauem Himmel und Graupel- oder Schneeschauern wechseln konnte.

Wir verließen Einruhr auf einem Höhenweg, nur um 3 km später wieder am Ufer des Rursees zu landen.

Ufer des Rursees

Wir folgten den Ufer des Sees für einige Kilometer und lernten dabei die Geschichte des aufgegebenen Ortes Jägersweiler kennen:

Alle Bewohner mussten 1946 infolge der Errichtung eines Truppenübungplatzes ihre Häuser räumen. Heimlich kehrten die Familien Hart und Logen 1947 zurück und blieben zunächst unbemerkt, später wurden sie geduldet. Die letzten Bewohner von Jägersweiler waren die Geschwister Logen. Maria überlebte ihre Geschwister und starb 1977, damit endete das Leben in Jägersweiler. Die Geschwister Logen würden bis zuletzt durch die belgischen Truppen liebevoll betreut.

Der Weg löste sich vom Ufer des Sees und es begann der längste Anstieg des Tages. Nach einem Drittel des Anstiegs gab es einen wunderschönen Pausenplatz mit Blick auf die Staumauer der Urfttalsperre.

Pause im Sonnenschein

Hier erwischte uns der erste kräftige Hagelschauer. Binnen Minuten stürmte es heftig und die Graupelkörner prasselten nur so.

Aufbruch im Graupelschauer

Auf dem folgenden Wegabschnitt sah ich viele Schilder, die vor dem Verlassen des Weges warnten: Wegen der Nutzung als Truppenübungsplatzes müsse man mit Munitionsresten rechnen. 

Auf der Hochebene erreichten wir schließlich die Siedlung Wollseifen, die wegen des Truppenübungsplatzes verlassen werden musste.

Kirche von Wollseifen

Die Kirche ist bei Übungen zerstört worden, aber inzwischen restauriert und als Kapelle wieder hergerichtet worden. Uns diente sie als willkommener Unterschlupf während eines Graupelschauers.

Pause in der Kirche

Das nächste Zwischenziel hieß Vogelsang. Hier war früher die NS-Ordensburg Vogelsang, die als Kaderschmiede der NSDAP diente. Heute ist sie ein NS-Dokumentationszentrum, wir hatten allerdings keine Zeit für die Besichtigung. Es war typische Nazi-Architektur, wie man aus den Bildern sehen kann.

NS-Ordensburg Vogelsang

Kapelle in der NS-Ordensburg

Jetzt waren es noch etwa 7 Kilometer bis zum Ziel. Wie es halt so ist: Schnee und Graupel schlugen wieder zu und diesmal blieb der Schnee sogar liegen.

Verschneiter Weg

Zu Abend haben wir im Kurpark Restaurant gegessen, nachdem die Gmünder Brauerei keinen freien Tisch mehr für uns hatte. Was für ein Glück, denn das Essen war ausgezeichnet!

Wir sind froh, dass die Wettervorhersage für morgen durchgehend Sonnenschein bei niedrigen Temperaturen angesagt hat. Morgen steht nämlich mit knapp 28 km die längste Etappe an.

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