Dienstag, 24. März 2026

Eifelsteig, Etappe 2

Heute ging es von Roetgen nach Monschau, eine Strecke von etwas über 17 Kilometern und etwa 300 Höhenmetern bergauf. Die Strecke ist vergleichbar mit der von gestern und wir haben etwas länger gebraucht (8:30 - 15:00 Uhr).

Mehr als die Hälfte der Strecke sind wir in Belgien gelaufen. Ein Schild zeigte uns an, dass es durch den "Staatswald Oberweser" ginge. Oberweser? Die verläuft doch 150 km weiter östlich von Hannoversch Münden nach Hameln! Doch tatsächlich gibt es auch hier einen Fluss Weser und sogar eine Wesertalsperre!

Oberweser in Belgien?

Im Wald fielen uns die Vogelhäuschen auf, die eine Spiralfeder als Schutz des Einflugloches aufwiesen. Vermutlich sollen sie das Gelege und die Jungvögel gegen Nesträuber schützen.

Vogelhäuschen mit Eingangssicherung

Wir kamen dann zu einer aufgegebenen landwirtschaftlichen Siedlung, dem Reinartzhof. Früher wurden hier Pilger auf dem Weg von Aachen nach Trier versorgt. Daran erinnert noch eine Inschrift auf einem Findling und eine Kapelle.

Inschrift auf Findling

Laut den Infotafeln waren hier große Gebäude und drei Höfe, von denen aber nichts mehr zu sehen ist. Sie wurden in den 1950er-Jahren aufgelöst, weil dieses Gelände im Einzugsbereich der damals neuen Wesertalsperre lag. Die Talsperre dient der Trinkwasserversorgung und das vertrug sich nicht mit der landwirtschaftlichen Nutzung.

Kapelle am Reinartzhof


Wir haben hier eine längere Pause gemacht in einer Wanderhütte, die von Nachfahren der letzten Bewohner erbaut wurde. Dort gab es auch einen Cache.

Danach gab es den langen Anstieg zum höchsten Punkt des gesamten Eifelsteigs, dem Berg Steling. Dieser Abschnitt war ein wenig langweilig, denn es war ein asphaltierter schnurgerader Weg durch ein großes Moor.

Langer schnurgerader Weg

Der Blick zur Seite über das Moor war aber reizvoll und bei Sonnenschein konnten wir auch diesen Teil genießen.

Blick übers Hohe Venn

Der Berg Steling selbst brachte aber keine spektakulären Ausblicke, denn die Gipfelmarkierung stand mitten im Wald.

Gipfel des Steling 

Etwa einen Kilometer weiter gab es aber eine Sehenswürdigkeit: Kaiser Karls Bettstatt. Der Legende nach soll Kaiser Karl hier auf einem Findling bei einem Jagdausflug genächtigt haben. Er habe auf dem großen Findling geschlafen und sein Diener auf dem kleinen daneben. Der Diener soll dem Kaiser seine Mütze angeboten haben, was dieser mit den Worten "Mütze nich!"  dankend ablehnte. Durch diesen Ausspruch soll der nahe gelegene Ort Mützenich seinen Namen bekommen haben. Eine schöne Geschichte, aber ob sie wahr ist? Ich habe jedenfalls die Bettstatt ausprobiert und fand sie nicht sehr bequem.

Test von Kaiser Karls Bettstatt

Der Weg führte hier direkt an der Grenze zwischen Belgien und Deutschland entlang.

Björn ruht sich auf einem
Grenzstein aus

In der deutschen Exklave kamen wir dann tatsächlich durch den Ort Mützenich und dort konnte ich mich mit neuem Cola-Vorrat versorgen. Danach kreuzten wir dann erneut die Vennbahn, die hier belgisches Staatsterritorium ist.

Im Tunnel geht man durch belgisches Staatsgebiet


Elke ging häufig voraus und wartete dann auf uns

Die letzten 800 Meter waren dann noch einmal echt anstrengend. Bis dahin dachte ich noch, dass wir heute schneller unterwegs wären als gestern. Der steile Anstieg zur Burg Monschau war echt herausfordernd!

Burg Monschau

Blick über die Monschauer Altstadt

Morgen steht uns wohl die schwerste Etappe bevor: 8 km länger und 400 Meter mehr bergauf als heute bei angesagtem Regen!

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