Sonntag, 19. April 2026

Eifelsteig, Etappe 5 im 2. Anlauf

Heute habe ich mit Nadine die verpasste Etappe 5 von Ende März nachgeholt. Es ging von Gemünd nach Nettersheim. Die Strecke war ein wenig von geplanten, ungeplanten und verpassten Umleitungen geprägt. Am Ende sind wir 26,2 Kilometer gelaufen und haben ca. 600 Höhenmeter bergauf bewältigt.

Startfoto am Gedenkstein

Wir sind an dem Stein gestartet, an dem auf einer Plakette die Eifelsteig-Etappen angezeigt sind. Inzwischen wurde der Stein zum Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe umgestaltet.

Am Anfang der Etappe gibt es drei Umleitungen, die ich bei der Planung schon berücksichtigt hatte. Die erste war allerdings nicht ausgeschildert und wir sind blind den Eifelsteigschildern gefolgt. Wir bemerkten das erst, als wir schon 50 Höhenmeter gewonnen hatten, und sind dann mutig bis zur nächsten Korrekturmöglichkeit weitergelaufen. Das ist gut gegangen und wir konnten so auch noch eine hübsche Wanderhütte mit Aussicht über Gemünd entdecken.

Hütte mit Aussicht

Hinter dem nächsten Ort begann dann ein langsamer und stetiger Anstieg. Heute hat mich das kaum aus der Puste gebracht - lag es vielleicht daran, dass ich nur mit leichtem Tagesrucksack lief?

Heute nur mit Tagesrucksack

Auf der Höhe folgten wir ein Stück dem Pingenwanderweg. Pingen sind ehemalige Erzgruben oder Schürfstellen, in diesem Fall für Eisenerz. Es sieht aus wie in einem Bombentrichterfeld.

Informationstafel zum Pingenwanderweg

Etwa auf der Hälfte der Strecke entdeckten wir endlich das Kloster Steinfeld - immer noch 2,5 Kilometer und ein tiefes Bachtal entfernt.

Kloster Steinfeld aus der Ferne

Etwas später labten wir uns an Klosterbrot und Gulaschsuppe. Anschließend übergaben wir jeder dem heiligen Hermann-Joseph einen Apfel.

Noch eine Apfelspende!

Auf dem letzten Drittel erwischte uns dann noch eine ungeplante Sperrung des Eifelsteiges. Ich hatte von Björn schon davon gehört: Er war vor 2 Wochen einem Wanderer begegnet, der über diese Sperrung schimpfte. Obwohl ich danach explizit suchte, fand ich über die Sperrung keinerlei Informationen im Internet. Vor Ort fanden wir aber eine einfache Alternativroute, die sogar 1,5 Kilometer kürzer war.

Etwa einen Kilometer weiter kamen wir an die Bahnlinie durch die Eifel, die offensichtlich in diesem Abschnitt nach der Flutkatastrophe völlig neu gebaut werden musste.

Neue gebaute Eifelbahn

An dieser Stelle verlief früher die römische Agrippa-Straße, die ich ja schon von der Etappe 6 kannte.

Verlauf der Agrippa-Straße

Ebenso gab es hier eine historische römische Wasserleitung, die an einigen Stellen zugänglich gemacht worden war. Am besten hat mir das Brunnenportal gefallen.

Römisches Brunnenportal "Grüner Pütz"

Jetzt waren es nur noch 2 Kilometer zum Ziel und wir waren gut in der Zeit (wir brauchten etwas mehr als 8 Stunden). Wir hatten daher genug Zeit vor der Abfahrt des Zuges im Hotel vom letzten Sonntag nach dem vergessenen Ladestecker zu fragen. Bingo, ich bekam ihn zurück!

Wiedersehen mit Ladestecker

Die Etappe  war anstrengend, aber auch sehr schön. Selbst die kritische Nadine gab am Ende zu: "Die Wegführung war in der Gesamtbetrachtung echt gut!"

Danke für die Begleitung, Nadine!

Freitag, 17. April 2026

Eifelsteig, Etappe 10

Heute war die letzte Etappe meines zweiten Abschnittes auf dem Eifelsteig. Wir starteten in Neroth und wanderten bis Daun. Von dort ging es dann per Bus und Zug nach Hause. 

Startfoto in Neroth

Es war eine Strecke von 10,9 Kilometern geplant mit etwa 360 Höhenmetern bergauf und wir wollten in Daun den Bus um 13:15 Uhr bekommen. Das war etwas knapp geplant und es wurde noch knapper, als ich direkt nach dem Start einen Navigationsfehler machte und damit einen Umweg von 1,5 Kilometern verursachte.

Wir hätten stattdessen auch 1,5 Kilometer weniger laufen können, wenn wir nur den anderen Ortsausgang von Neroth genommen hätten.  Nach etwa 3 Kilometern standen wir nämlich fast wieder am Hotel!

Danach gab's aber keine Navigationsfehler mehr und wir bestiegen den Nerother Kopf. Der Weg war mal wieder extrem steil, weshalb ich die kurze Pause beim Cache auf halber Höhe gut gebrauchen konnte.

Heute habe ich wieder mal gecacht!

Oben auf dem Nerother Kopf befindet sich die Ruine Freudenkoppe. Dies Burg wurde im 14. Jahrhundert erbaut, direkt über einer Höhle, aus der man früher Mühlsteine herausgeschnitten hatte.

Burgruine über Mühlsteinhöhle

Die Ruine war etwas weitläufiger als man auf den ersten Blick dachte. Wir aber waren erschöpft nach dem Anstieg und etwas unter Zeitdruck, deshalb haben wir die Reste der Burg nicht weiter erkundet.

Weitere Reste der Burg

Der Weg führte dann zunächst auf dem Höhenzug entlang, mal durch Wald und mal über Wiesen. Interessant war, dass man den Weg bei einem Sturmschaden nicht repariert hatte, sondern die Spur dieses Sturmschadens aufwendig mit einer Holzbrücke überbaut hat. Ich vermute mal, dass dies Naturschutzgründe hat.

Holzbrücke über Sturmschaden - warum?

Wir hatten auch einen schönen Blick auf das Dorf Neunkirchen mit seiner Kirche von weit oben.

Aussicht auf Neunkirchen

Hinter Neunkirchen ging es noch einmal steil nach oben auf den letzten Hügel. Etwa einen Kilometer vor dem Ziel hatten wir vom letzten Gipfel einen ersten Blick auf unser Etappenziel Daun.

Blick auf Daun

Weil wir fast vollständig auf Pausen verzichteten, erreichten wir sogar noch den Bus um 12:15 Uhr! Das ermöglichte uns ein schönes Abschlussessen am Kölner Hauptbahnhof bei Gaffel am Dom. Das könnte zur Tradition werden, hier war ich vor 2 Wochen schon mit Elke, Björn und Thomas!

Essen bei Gaffel am Dom

Ich bin gemeinsam mit Michael bis Düsseldorf gefahren und dort ausgestiegen, um Nadine zu besuchen. Mit ihr will ich übermorgen die verpasste Etappe 5 nachholen.

Donnerstag, 16. April 2026

Eifelsteig, Etappe 9

Heute ging es von Müllendorf nach Neroth. Geplant waren 22,1 Kilometer und etwa 650 Höhenmeter bergauf. Am Ende wurden es über 24 Kilometer und es kamen wohl auch noch ein paar Höhenmeter dazu. Damit war es die härteste Etappe dieses Abschnitts. Wir haben etwa 9,5 Stunden dafür benötigt - inklusive Pausen.

Startfoto in Müllenborn

Die erste Hälfte der Etappe meanderte der Weg durch die Gerolsteiner Dolomiten. Manchmal ging es auf schmalen Pfaden direkt unterhalb der steilen Felswände entlang.

Weg durch die Gerolsteiner Dolomiten

Das erste Highlight war die Aussicht vom Felsen Munterley. Es war dahin ein verdammt steiler und anstrengender Anstieg.

Aussicht auf Gerolstein von der Munterley

Weil man immer wieder Täler durchqueren musste, blieb es ein ständiges Auf und Ab. Belohnt wurden wir für die Anstrengung mit der Buchenlochhöhle.

Eingang der Buchenlochhöhle

Diesmal haben wir uns in das schwarze Loch hinein getraut und ich konnte endlich meine mitgenommene Stirnlampe einsetzen.

Beim Erforschen der Höhle

Besonders weitläufig ist die Höhle nicht. Interessant war sie trotzdem: Schon vor 30000 Jahren sollen hier Menschen gelebt haben.

Eigentlich wollten wir jetzt zum Mittagessen nach Gerolstein absteigen, aber wir mussten einen großen Umweg machen. Die eingeplante Brücke über die Bahn existierte nicht mehr!

Keine Brücke über die Bahn!

Nach dem Mittagessen in einer Pizzeria kam ein steiler, langer und anstrengender Anstieg, den ich nur mit zwei kurzen Erholungspausen schaffte.

Unterwegs kamen wir an einigen Kreuzen vorbei, die mit einer alten Sage verbunden waren.

Davitskreuz

Der Felsen am Gipfel heißt Dietzenley und liegt auf 617 Metern Höhe. Dort gab es einen Aussichtsturm!

Aussichtsturm an der Dietzenley

Ich liebe ja Aussichtstürme und musste ihn natürlich sofort erklettern. Die Aussicht war großartig!

Aussicht von der Dietzenley

Der größte Anstieg war damit geschafft, aber es waren immer noch fast 8 Kilometer bis zum Ziel. Das zog sich hin und wir machten noch zwei weitere kurze Trinkpausen. Das war ganz schön anstrengend heute!

Mittwoch, 15. April 2026

Eifelsteig, Etappe 8

Heute ging es von Niederehe nach Müllenborn. Geplant waren 22,4 Kilometer mit etwa 500 Höhenmeter bergauf. Am Ende waren es wegen einiger Umwege fast 25 Kilometer, aber gefühlt war es nicht so anstrengend wie gestern.

Startfoto in Niederehe

Die erste Sehenswürdigkeit des Tages war die Burg Kerpen. Sie wurde um 1150 erbaut, heute dient sie als Hotel und Veranstaltungsort.

Burg Kerpen

In Berndorf fiel uns sofort auf. dass es zwei Kirchen nahe beieinander gibt.

2 Kirchen in einem Dorf

Die Kirche oben auf dem Hügel ist eine Wehrkirche mit fest ummauertem Hof. Auf dem Weg nach oben ist ein Kreuzweg angelegt.

Wehrkirche mit Kreuzweg

Mittag machten wir in Hillesheim. Dieser Ort ist ein richtiges Mittelzentrum: Beim Geldautomaten hat sich Michael mit Bargeld versorgt (nicht ganz unwichtig in dieser Gegend!) in einem Outdoorladen habe ich mir ein neues Regencape gekauft und im Supermarkt habe ich Cola Zero und neue Notvorräte bekommen. Das Wichtigste ist aber, dass wir das Krimi-Hotel und das Kriminalhaus gefunden haben.

Krimi-Hotel

Im Kriminalhaus haben wir im Café Sherlock zu Mittag gegessen. Wir saßen am Tisch von Miss Marple und dort bekam ich sogar Ploughman's Lunch!

Ploughman's Lunch

Das Café ist sehr liebevoll eingerichtet, alles mit dem Bezug auf bekannte Krimis.

Im Café Sherlock

Der Auslöser für diese Krimi-Vermarktung ist wohl die Reihe der Eifel-Krimis von Jacques Berndorf. Ich kenne sie noch gar nicht, aber jetzt werde ich wohl mindestens einen davon lesen!

Im Kriminalhaus gibt es außerdem noch eine Buchhandlung, ein Krim-Archiv mit über 30000 Krimis, die man dort lesen kann, und einen nachgestellten Mordfall im Dachgeschoss, den man selbst aufklären darf. Dafür hatten wir aber leider nicht genug Zeit.

Beim Verlassen von Hillesheim entdeckten wir die hohe Stadtmauer - wirklich beeindruckend.

Stadtmauer von Hillesheim

Normalerweise folgt nach einer Ortschaft immer ein kräftiger Anstieg. Hier ausnahmsweise einmal nicht. denn der Weg führte durch das hübsche Bolsdorfer Tälchen nach unten. 

Bolsdorfer Tälchen

Auf der Brücke einer viel befahrenen Straße überquerten wir den Fluss Kyll. Danach folgten dann die bereits nach dem Mittag erwarteten heftigen Anstiege.

Tunnel unter der Straße

Der letzte Anstieg führte auf den Rother Kopf und dort erwartete uns eine wirklich skurrile Landschaft mit Höhlen und kleinen Kratern. Vulkaneifel at its best! Einige Formationen sahen so aus, als ob sie absichtlich verschlossen waren. Ich rief laut: "Sesam, öffne Dich!" Leider passierte aber nichts.

"Sesam öffne Dich" klappte hier nicht!

Einer Treppe, die in die Tiefe eines schwarzen Loches führte, sind wir vorsichtshalber nicht gefolgt. Hinterher haben wir das ein wenig bereut ...

Treppe ins schwarze Loch

Unser Hotel ist das schönste bisher: Geräumige Zimmer, tolles Abendessen und ein Super-Service!

Landhauspfanne - sehr lecker!

Dienstag, 14. April 2026

Eifelsteig, Etappe 7

Heute ging es von Ripsdorf nach Niederehe. Das ist eine Strecke von etwas mehr als 25 Kilometern und etwa 340 Höhenmetern bergauf. Das war etwas anstrengender als gestern, aber dafür war das Wetter den ganzen Tag sonnig.

Start am Hofladen

Der Hofladen an unserer Übernachtungsstätte war heute tatsächlich die einzige Einkaufsmöglichkeit. Immerhin habe ich zwei 0,7 l Flaschen Apfelsaft mitgenommen und in meine leere Colaflasche umgefüllt.

Bei den Trinkpausen gab es heute Apfelsaft

Die erste Attraktion war der Kalvarienberg. Er hat eine merkwürdige Form: Ein langsam ansteigender Höhenrücken, der am Ende steil in Richtung auf das Dorf Alendorf abfällt. Bewachsen ist er mit Rasen und Wacholderbüschen. 

Michael am Kalvarienberg

Es gibt einige Kreuzwegstationen auf dem Weg zum Gipfelkreuz. Es sind meist Kreuze aus rotem Sandstein. Das Gipfelkreuz war schwer zu fotografieren, weil die Sonne genau dahinter stand.

Gipfelkreuz

Die Aussicht war bei dem sonnigen Wetter natürlich fantastisch. 

Aussicht vom Kalvarienberg

Den Weg hätte man heute auch als Weg der langsamen und stetigen Auf- und Abstiege bezeichnen können. Abgesehen vom Abstieg vom Kalvarienberg und einem kleinen Abschnitt nahe dem Ende, waren die Auf- und Abstiege eher gemächlich. Häufig folgte der Weg einem langen und breiten Tal, bis man am Ende des Tales auf eine Hochebene gelangte.

Typischer Weg heute

Eine Einkehrmöglichkeit gab es heute in Mirbach, dem einzigen Ort an der Strecke, leider nicht, daher haben wir uns Lunchpakete mitgeben lassen.

Michael vor der
Erlöserkirche in Mirbach

Nach dem Mittagessen ging es überwiegend bergab und wir kamen an gewaltigen Steinbrüchen vorbei.

Steinbruch

Wir gelangten dann zum Bahndamm der ehemaligen oberen Ahrtalbahn. Heute ist das (zumindest an einigen Stellen) ein asphaltierter Radwanderweg. Dieser führte uns dann zur größten Sehenswürdigkeit des Tages: Dem Dreimühlen-Wasserfall.

Dreimühlen-Wasserfall

Beim Bau der Bahnstrecke wurden die Abflüsse von drei Bächen zusammengelegt und über einen Wasserfall abgeleitet. Seitdem wächst dieser Wasserfall jedes Jahr um 10 cm, weil das Wasser sehr kalkhaltig ist und sich der Kalk ablagert.

Ab hier wurde es dann noch einmal richtig schwierig mit dem Weg, aber auch das konnten wir gut meistern.

Warnschild

Wir lernten noch, dass es auch einen Krimi-Wanderweg gibt. Was man da wohl aufklären soll?

Krimiwanderweg?

Im Hotel angekommen sind wir jetzt auf unsere Notvorräte angewiesen. Hier ist Ruhetag und nicht einmal der Pizzaservice, den ich vorher herausgesucht hatte, liefert heute in dieses Dorf! Michael hat noch ein halbes Lunchpaket und eine Wurst vom gestrigen Abendbrot übrig, während ich eine Prinzenrolle mit Schokoladendoppelkeksen verspeise. Morgen soll es bei km 10 einen Supermarkt geben, da können wir dann Nachschub kaufen.