Montag, 6. April 2026

Weinwanderweg, Etappe 4

Heute ging es von Siebeldingen nach Bad Bergzabern, eine Strecke von 21 Kilometern und etwas über 600 Höhenmeter bergauf. Dafür haben wir ziemlich genau 7 Stunden gebraucht (8:53 - 15:52 Uhr), damit waren wir ganz zufrieden. Die Höhenmeter machten uns vor allem am Anfang zu schaffen, denn der Wanderweg führte so ziemlich auf jeden Weinberg der Gegend mit einem eigenen Anstieg. Der Weg meanderte daher ziemlich hin und her, ohne auf die Höhenlinien Rücksicht zu nehmen. Bereits nach 3,5 Kilometern machten wir unsere große Trinkpause - der Startpunkt war noch in Sichtweite!

Trinkpause am Aussichtspunkt bei km 3,5.
Die Cola ist natürlich meine!

Dieses Hin und Her mit ständigem Auf und Ab hielt noch weitere 4 Kilometer an, bis der Weg endlich zielstrebig in Richtung Süden führte. Unterwegs konnten wir die Burgruine Neukastel auf der Höhe sehen.

Burgruine Neukastel

Wir sind wieder durch einige hübsche Weindörfer gelaufen, wobei uns Eschbach besonders auffiel. Dort gab es nämlich lauter aufgestellte Eselsfiguren - manche bunt angemalt, manche aus Bronze und einige wenige sogar mit Flügeln!

Esel in Eschbach

Was ist hier los? In der Madenburg, die oberhalb von Eschbach liegt, lebten Ritter, die zur "Gesellschaft mit dem Esel" gehörten. Diese Gesellschaft organisierte Ritterturniere auf Eseln. Schließlich bekamen die Eschbacher den Spitznamen "Esel" und sind inzwischen stolz darauf. 

Wir haben in Eschbach auch noch einen schönen Brunnen gesehen, der an eine historische Anekdote erinnern sollte:

Ein Unwetter überraschte am 11. August 1848 eine große Menschenmenge auf der Madenburg, als sie der tausendjährigen Zugehörigkeit der Pfalz zum deutschen Reich feierlich gedachten.

Da die Wege durch Schlamm und Geröll nicht mehr begehbar waren, konnte so mancher Festteilnehmer nur noch rutschend ins Tal gelangen.

Eschbacher-Rutsch-Brunnen

Wir warteten jetzt schon sehnsüchtig auf die Mittagspause, aber ich hatte das Pausendorf nach dem ungefähren Mittelpunkt zwischen Start und Ziel ausgesucht. Durch das Meandern am Beginn der Etappe war der Weg vom Start zur Mittagspause aber erheblich länger als geplant. 

Am Himmel konnten wir einen Drachenflieger entdecken und wir fragten uns, wo er zwischen all den Reben wohl landen könne. Die Antwort folgte auf dem Fuße: Es gab eine extra dafür angelegte Wiese zwischen den Reben am Weinberg. Die konnte er zielgenau und sicher ansteuern.

Bevor es endlich zur Mittagspause ging, folgte noch ein weiterer langer Anstieg. Diesmal ging es oben herum um das Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie, das weithin sichtbar auf einem Hügel lag. Von dort konnten wir dann endlich unser Pausendorf Klingenmünster sehen und erreichten es etwa bei zwei Dritteln der Gesamtstrecke. Die Weinstube Pfeffer war geöffnet und versorgte uns mit Getränken und Reibekuchen.

Reibekuchen mit Apfelmus

Nach dem Mittagessen haben wir erstaunlich oft sowohl den Track als auch die Markierung verloren. Waren wir inzwischen zu unkonzentriert geworden oder war die Beschilderung wirklich schlechter? Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe definitiv einige Abweichungen zwischen dem offiziellen GPX-Track und der Beschilderung bemerkt. Wir sind aber gut bis nach Bad Bergzabern durchgekommen und die Rückfahrt mit dem Zug war problemlos. Wir stellten allerdings fest, dass wir uns besser hätten eincremen sollen - das gibt Sonnenbrand!

St. Dionysius Kapelle auf dem Streckenabschnitt nach der Mittagspause

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